“Geben Sie Milch oder Zucker in den Wein, in einen guten Bordeaux?”

© Liz Collet

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“Geben Sie Milch oder Zucker in den Wein, in einen guten Bordeaux?”

Nein? Warum dann geben Sie diese in einen Kaffee? Gute Frage. Eine der Fragen eines Interviews. Eine der Fragen, die der Interviewte Andrea Illy dem Journalisten stellt.  In diesem Gespräch.

Für Andrea Illy ist Espresso eine spirituelle Erfahrung – weil er gut für Psyche, Körper und Seele sei. Für ihn berühre Kaffee auf überwältigende Art alle drei Sphären. Und weil die alten Griechen   Glück als „eudaimonia“, eine physische Freude mit intellektueller Erleuchtung, eine Inspiration beschreiben, die geteilt werde, sei Kaffee am besten in Gesellschaft zu geniessen.

Wenn Sie mich fragen: Das hängt dann durchaus auch von der Gesellschaft ab, in der man sich befindet – ob man ihn nicht allen vielleicht doch besser geniessen könnte und kann. Aber vielleicht ist beinahe jede Gesellschaft mit Kaffee dann immerhin besser zu ertragen? Ein Schelm, der ………. aber lesen Sie selbst das Interview. In dem es auch darum geht, dass Filterkaffee ein Getränk, Espresso ein Heiltrank sei, wie sich der Kaffeemarkt verändert habe und verändern werde,  welche Bedeutung China für den Kaffee- und den Markt von Unternehmen generell habe, um die Bedeutung von Tradition in Familienunternehmen und der älteren Generationen in diesen,  aber auch um Anti-Aging-Effekte von Kaffee und um die Frage von Nachhaltigkeit und Umwelt bei der Ausweitung des Marktes mit Kapselkaffee und deren Technik. An diesem Punkt des Interviews stellt sich dem Leser (leider nicht dem Journalisten und dieser vor allem nicht Andrea Illy) die Frage, ob hier nicht dem Gesetz des Marktes und der Konkurrenzfähigkeit im Markt Geschmack, Aroma, aber vor allem Umwelt und Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung für umweltgerechtere Konzepte geopfert werden, wenn man als Antwort den Hinweis auf ein (angeblich) in Deutschland gut organisiertes Abfallsystem genügen lässt. Da hinterlassen auch markige Sätze wie “Altruismus ist der neue Egoismus” einen faden und alles andere als kaffee- oder sonst aromatischen Nachgeschmack. Und man fragt sich auch, ob es bei coopetition statt competition eben nicht auch darum geht: Händeln des Verdrängungsmarktes auf dem Handelsplatz von Kaffee. Um als Anbieter gemeinsam mehr zu profitieren. Mehr Profit beim Kunden zu erreichen. Nicht zuletzt auch mit dem Verkauf von Kaffee als Luxus. Und Luxusmoment.

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