Kaffee…….nur noch sonntags!? …..!

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Espresso mit Bobbes © Liz Collet

Kaffee und ich, das ist eine der wirklich raren kleinen Sünden oder Süchte, wenn man so will, denen ich fröne, während ich gegen die Süchte vieler anderer völlig immun bin.

Keine Liebe auf den ersten Schluck, wenn ich so zurückdenke an die Kaffeestunden und -zeiten in meinem Eltern- und Grosselternhaus. Den Duft von Kaffee in Stube und Räumen mochte ich immer schon, wie so viele vielleicht wegen der damit verbundenen Genüsse und Düfte und Momente, die das Gehirn unterbewusst und unbewusst früh verknüpft mit Familie, Geborgenheit, Gemütlichkeit, Beisammensein und natürlich Kuchen und Zeit miteinander beim Backen und Kochen von Kaffee und Tee (den ich liebte) und anderem.

Bei Kindergeburtstagen der Nachbarskinder wurde immer Karo-Kaffee für die Kinder serviert, dessen Geschmack ich nie mochte.

Dafür wurde ich regelmässig zum Kaffeekochen bei uns daheim eingeteilt, weil ich ihn am besten brühte für die Vorlieben derer, denen er serviert wurde. Wenn meine Eltern oder mein Vater mit dem Auto auf dem Heimweg war, meldete er sich über CB-Funk und war er nur noch eine bestimmte Strecke entfernt, sauste ich in die Küche, um Kaffee für ihn oder meine Eltern zu mahlen und frisch aufzubrühen – so dass ihn der Duft und der frisch gebrühte Kaffee bereits einfingen, wenn er durch die Wohnungstüre trat. Ob am Freitag nachmittags, wenn er nicht erst um Viertel nach Fünf, wie an anderen Tagen, sondern um Viertel nach Vier heimkam und das Wochenende eingeläutet wurde. Mit frisch gebackenem Kuchen. Oder am Samstag mittags von den Einkäufen mit der (übrigen) Familie. Das und Kaffeeduft, das war für ihn Feierabend und Wochenende und Zeit für Familie. Samstags spätestens um 14 Uhr, dafür hatte er eine innere Uhr, die anderenfalls ab 14:01 Uhr an seinem Grummelbarometer anschob.

Ebenso war ich in den Bäckereien für den Kaffee zuständig, wo Gäste wie Kolleginnen ihn am liebsten von mir gebrüht tranken – fragen Sie mich nicht, warum, ich habe nicht mm- und mg-genau bemessen, sondern “nach Gefühl” und für jemanden, der selbst kaum Kaffee trank scheint das ein Widerspruch in sich.

Ich selbst trank allenfalls eine halbe Tasse, wenn überhaupt und in die gab ich noch Milch, die ihn fast zum Café au lait werden liess und eine Prise Zucker.

Besonders beim zweiten Ehemann meiner Münchner Grossmutter brauchte ich viel Milch, denn er benutzte eine Hand-Kaffeemühle, die er zwischen die Knie klemmte und in welche er pro Kaffeetasse eine Handvoll Kaffeebohnen gab. Dann noch eine für die Kanne. Und noch eine für die Kanne…und ..ach, am besten noch eine für die Kanne, nicht dass der Kaffee womöglich heller als tiefschwarz und so stark werden würde, dass der Kaffeelöffel vielleicht mal NICHT stehend in der Tasse steckenbliebe…. Da war er bereits über 80 und er vertrug bis an sein Lebensende mit 89 Jahren den Kaffee bestens so herzkasperltauglich stark. Mir hätte er auf den Magen geschlagen, wenn ich ihn nicht durch reichlich Milch abgemildert hätte. Zu der Zeit allerdings trank ich selbst mindestens eine Kanne Kaffee pro Tag, seit ich im Studium auf den Kaffee als Begleiter durch lange Tage und lange (oder kurze, je nachdem von welcher Seite des Schlafes betrachtet) Nächte gekommen war.

Danach gewöhnte ich ihn mir von heute auf morgen und von einer Kanne auf keine Kanne, also null Kaffee ab. Er erlebte ein kleines Comeback während meiner Referendarzeit und als frisch gebackene junge Mutter, die lange Tage hatte. Und noch viel längere Nächte mit dem füllte, was es eben bedeutet, neben der Referendarausbildung einen Zweitjob zu haben und ein Kind. Und dafür dann manche Nacht, wenn Kind schlief, Gerichtsakten zu lesen und Urteile für den Verwaltungsgerichtshof zu pinseln und zwischendurch ein fieberndes Kind zu trösten, das nachts wach wird.

Kaffee war also eher der Hallowach-Kumpel in der Tasse, als ein Genussmittel für mich. Er wurde längst nur noch rabenschwarz und frei von Milch und von Zucker eh getrunken und so stark, dass ich ihn problemlos auch subkutan, besser gleich intravenös verabreicht bekommen hätte können.

Genussgetränk war und ist Tee für mich.

Kaffee als Genuss entdeckte ich dann erst, als ich bald danach eher zufällig als junge Anwältin während eines Kongresses in Italien an Espresso geriet – und ihm verfiel. Zwischen 1 und 3 Espressi per giorno und die mit Genuss und (ja, ungesüsst und doppelt stark, der Löffel muss stehend stecken bleiben) stark und das über viele Jahre. Bis es sich einpendelte auf 1 solchen diabolisch starken Espresso am frühen Morgen – und den Rest des Tages Tee.

Vor einiger Zeit legte ich dann jedes Jahr von Aschermittwoch bis Ostern 40 espressofreie Tage ein, die an den ersten jeweils schwerer als an den folgenden fielen und in diesem Jahr fielen mir die espressofreien Tage so leicht, dass fast 80 daraus wurden. Danach pendelte es sich darauf ein, dass es nun Kaffee, soll heissen: Espresso nur noch sonntags gibt. Als Getränk. Mag sein, dass er hin und wieder als Zutat für Rezepte benötigt und verwendet wird, wie bei Espresso-Mousse oder Espresso-Schokoladentrüffel beispielsweise, aber das ist Teil der to do’s, die zur Foodfotografie zählen.

Der Kaffee, der Espresso aber ist nun endgültig in der Genussphase meines Lebens angelangt:

Mit Vorfreude während der Woche auf den Sonntagskaffeeduft, der frisch gemahlen und gebrüht umfängt und umschmeichelt und Sinne und Gaumen kitzelt und wachküsst, wenn er durch den Raum zieht und Sonntagslaune und -ruhe wie einen besonders netten Gast willkommen heisst. Für die Zeiten, in denen man sich Zeit nimmt und Musse geniesst und die Seele und die Sinne die Füsse baumeln lassen kann, während das Goscherl an der Espressotasse nippt.

Und man Sonntag und Wochenende gleich doppelt anders als besondere Tage und mehr geniesst.

Für die Süßmäulchengelüste dazu gibt es naürlich auch Rezepte – petits plaisirs. HIER, zB ein aktuelles.

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  1. Pingback: Sonntagshaferl Kaffee und kleine süsse §§-Pause – Smooth Breeze 7's

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