Hagebuttentee – Zeit für den Genuss der Ernte

Hagebuttenmus © Liz Collet

Hagebuttenmus © Liz Collet

Spare in der Zeit,
dann hast Du in der Not.

Sprichwort

Kennen Sie diese alte Redensart noch? Meist wird sie im Zusammenhang mit Geld verstanden und gebraucht. Doch gilt sie nicht weniger für alles, was sich “sparen”, einsparen und damit auch beim Anlegen von Vorräten für spätere Zeiten nutzen und auch geniessen lässt. Obst und Gemüse aus der jeweiligen Erntezeit lässt sich billiger als zu anderen Jahreszeiten kaufen, andere Zutaten schenkt die Natur gar kostenlos. Nüsse, Kräuter, Hagebutten, beispielsweise.

Und jetzt im Winter ist dann  die Zeit des Genusses von Hagebuttentee. Und für Hagebuttenmus auf dem Frühstücksbrot.  Beide gesund, denn Hagebutten sind reich an Vitamin C und das ist im Winter gut für uns.

Jetzt macht sich bezahlt, was im Sommer und Herbst vielen zu viel der Mühe ist und wäre: Die Rosenbüsche im Auge behalten, wann ihre Blüten sich zu Butten verwandeln, reifen und erntereif sind und sie zu ernten, bevor sich andere Geniesser darüber hermachen. Sie zu ernten, lässt sich mit einem Spaziergang verbinden. Sie von den Kernen und Härchen zu befreien, gut zu waschen und zu säubern, gehört zu den Arbeiten, die sich leicht nebenher erledigen lassen.

Die zerteilten Hagebutten  trocknen zu lassen für Tee oder zu Mus kochen zu lassen ist dann schon kaum noch Aufwand. Die Kerne können einfach an der Luft trocknen, während Hagebuttenfrüchte am besten in einem Dörrautomaten bei 40 °C getrocknet werden.

Das Zerteilen der Hagebutten mit einem scharfen Küchenmesser braucht nur wenig Übung und das Entfernen der “Kerne” –  Scheinfrüchte, die eigentlich Nüsschen sind-  ist für Kinderhände leicht und macht zudem Spass. Nebenbei lernen Kinder dabei auch mehr als Juckpulver herzustellen mit Hagebutten anzufangen.

Die “Kerne” müssen Sie übrigens nicht wegwerfen – gut gewaschen sind sie für manchen ein kostenloser Ersatz für Vanillearoma; man kann sie aber  auch als “Kernlestee” zubereiten.

Bewahren Sie die Hagebuttenkerne nach dem gründlichen Waschen im Haarsieb und Trocknen auf einem Leinen in einem gut verschlossenem Glas auf. Bei der Österreichischen Apothekerkammer findet sich HIER ein Beitrag über die gesundheitsförderlichen Wirkungen von Hagebuttennüsschen. (Bitte beachten Sie, dass mein Beitrag keinerlei medizinische Tipps und Beratung darstellt und die in dem Link der Österreichischen Apothekerkammer genannten Anwendungsmöglichkeiten von Ihnen am besten immer auch mit Ihrem Arzt abzusprechen sind!)

Für Hagebuttenmus werden die geviertelten und gesäuberten Hagebutten mit Wasser zum Kochen gebracht und dann unter gelegentlichem Rühren bei kleiner bis mittlerer Hitze ca. 20 – 30 Minuten geköchelt. Danach die Hagebutten pürieren und durch ein feines Sieb streichen. Dann wiegen Sie das Mus ab, geben es zusammen mit der entsprechenden Menge Zucker oder Einmachzucker und etwas Vanillemark in einen Topf und lassen es unter Rühren – wie sonst bei Konfitüre gewohnt – bis zum Gelieren kochen bzw. köcheln. Normalerweise brauchen Sie dazu nicht einmal Zitronensäure, das Mus geliert sehr gut. Das Mus schmeckt aber auch sehr gut, wenn Sie – wie in diesem Rezept der Küchengötter von GU – Orangensaft hinzufügen.  Ich bevorzuge die klassische Rezeptur ohne Orangensaft aus mehreren Gründen. Einer davon ist mein Grundsatz, so weit wie möglich regionale und saisonale Zutaten zu nutzen und frisch zu pressende Orangen stehen regional eh nicht und nicht einmal saisonal zum Zeitpunkt der Zubereitung der geernteten Hagebutten zur Verfügung. Zwar geniesse ich Orangen gern – aber die dann zumindest nur im Winter.

Ein Rezept mit Honig anstelle von Zucker finden Sie HIER, es ist aber nur rund 2 Wochen haltbar.

Der Tee steht heller in der Tasse, als gekaufter handelsüblicher Tee und hat keine überflüssigen Zusätze für Farbe oder Aroma – er bringt sein Aroma selbst mit.

Hagebuttentee © Liz Collet

Hagebuttentee © Liz Collet

Und die süsse, leicht säuerliche Fruchtigkeit von Hagebuttenmus ist pur auf dem Butterbrot oder Buttersemmel ebenso köstlich, wie als Füllung in Krapfen oder zu Scones oder in Torten oder auch ganz einfach auf Topfenspeise, als Klecks im Joghurt oder auf Griess-Speise oder Milchreis.

 

Scones mit Hagebuttenmus und Brombeermarmelade © Liz Collet

Scones mit Hagebuttenmus und Brombeermarmelade © Liz Collet

Vielleicht haben Sie nun auch Lust, die nächste Saison für Hagebuttentee und -Mus zu nutzen? Dann stellen Sie doch peu à peu in den kommenden Wochen einige geeignete Vorratsgläser für diese beiseite – Twist Off Gläser, die beispielsweise beim Einkauf von anderen Lebensmitteln eh anfallen und geleert anderenfalls ins Altglas wandern, sind dafür bestens geeignet. Und hin und wieder beim Einkauf Sonderangebote für Vorrat an Zucker oder Einmachzucker (der in der Einmachsaison nicht immer wirklich billiger ist) zu nutzen, sorgt dafür, dass Sie dann zur Erntezeit weniger schwer kiloweise solchen heimschleppen oder auf einmal mehr Geld für die Einkoch- und Einmachzutaten ausgeben müssen.

Wie eingangs erwähnt: Spare,…pardon: sammle in der Zeit, dann hast Du ……, na, Sie wissen schon.

Übrigens hat das eigene Sammeln, Ernten und Verarbeiten von Zutaten der Natur für Kinder von Kindesbeinen an einen nicht unbedeutenden Neben- und Lerneffekt: Wertschätzung für das, was mit Herstellung und Produkt verbunden ist und für das, was selbstgemacht wurde und daher weit weniger leicht einfach weggeworfen wird. In Zeiten, in denen Jahr für Jahr unverändert Zahlen verschwendeter Lebensmittel die Medien füllen, keine gering zu schätzende Nebenwirkung….. oder?

Einen schönen Tag!

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